Inkontinenz bei jungen Frauen

Inkontinenz bei jungen Frauen

Viele denken, Harnverlust betrifft nur ältere Frauen oder Mütter nach mehreren Geburten.
Doch das stimmt nicht. Auch junge Frauen – sogar Teenager – können unter Inkontinenz leiden. Und das, ohne jemals schwanger gewesen zu sein. Die gute Nachricht: Sie sind nicht allein damit. Die noch bessere Nachricht: Man kann etwas dagegen tun.

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Wie häufig ist Inkontinenz bei jungen Frauen?


Studien zeigen:

  • Etwa 3 % der Mädchen im Teenageralter sind betroffen.
  • Bei jungen Frauen in den Zwanzigern (ohne Geburten) steigt die Zahl leicht an.
  • Bis zu 50 % aller erwachsenen Frauen erleben gelegentlich Harnverlust
  • Etwa 10 % haben mindestens einmal pro Woche Beschwerden.

Die häufigste Form ist die Belastungsinkontinenz. Dabei tritt Urinverlust bei Druck auf – zum Beispiel beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport. Wichtig ist: Harnverlust ist häufig – aber nicht „normal“. Sie müssen sich nicht damit abfinden.

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Warum sind besonders sportliche junge Frauen betroffen?


Vor allem bei Sportarten, bei denen viel gesprungen wird, kommt es häufiger zu Harnverlust. Dazu gehören:

  • Turnen
  • Trampolinspringen
  • Leichtathletik
  • Volleyball, Handball, Basketball
  • Tanz

Beim Springen und bei schnellen Richtungswechseln wirken starke Kräfte auf den Beckenboden. Besonders beim Trampolinspringen berichten Studien, dass bis zu zwei Drittel der Sportlerinnen von Inkontinenz betroffen sind.

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Weitere Ursachen für Inkontinenz bei jungen Frauen


Intensiver Sport ist nur ein möglicher Auslöser. Es gibt noch viele andere Gründe:

1. Zu langes Zurückhalten


Wer häufig den Toilettengang hinauszögert, kann die natürlichen Körpersignale stören.
Der Körper meldet sich – aber wenn man ihn dauerhaft ignoriert, kann das die Blasensteuerung beeinflussen. Auch sehr häufiges „vorsorgliches“ Toilettengehen kann die Blase empfindlicher machen.

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2. Harnwegsinfektionen


Bei einer Blasenentzündung kann es zu Dranginkontinenz kommen:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Ständiger Harndrang
  • Manchmal schafft man es nicht rechtzeitig zur Toilette

Bei diesen Symptomen sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob eine Infektion vorliegt.

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3. Medikamente


Einige Medikamente können:

  • die Blasenfunktion beeinflussen
  • den Harndrang verstärken
  • die Kontrolle erschweren

Wenn Beschwerden nach Beginn eines neuen Medikaments auftreten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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4. Hormonelle Veränderungen


Auch bei jungen Frauen können hormonelle Schwankungen den Beckenboden und die Schleimhäute beeinflussen, zum Beispiel durch:

  • die Pille
  • Zyklusveränderungen
  • Essstörungen mit niedrigem BMI

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5. Essstörungen und sehr niedriger BMI


Untergewicht kann zu hormonellen Veränderungen führen. Das kann die Stabilität des Beckenbodens beeinflussen. Studien zeigen, dass junge Frauen mit Essstörungen häufiger betroffen sind.

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6. Chronischer Husten oder starkes Pressen


Asthma, Allergien oder auch chronische Verstopfung erhöhen dauerhaft den Druck im Bauchraum. Das kann die Beckenbodenstrukturen belasten.

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7. Psychische Belastung und Stress


Stress kann die Blase empfindlicher machen und Drangsymptome verstärken. Die Verbindung zwischen Nervensystem und Blase ist sehr eng.

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Ist Inkontinenz im jungen Alter ein Warnzeichen?

 

Die Forschung zeigt, dass Frauen, die sehr früh im Leben unter Inkontinenz leiden – etwa als Leistungssportlerinnen – später ein erhöhtes Risiko für erneute Beschwerden haben. Das heißt nicht, dass es „so bleiben muss“. Aber es lohnt sich, früh aktiv zu werden.

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Was hilft wirklich?


Die am besten untersuchte Maßnahme ist Beckenbodentraining. Zahlreiche Studien belegen, dass gezieltes Training bei Belastungsinkontinenz wirksam ist. Wichtig ist:

  • Die Übungen müssen korrekt ausgeführt werden
  • Regelmäßigkeit ist entscheidend
  • Im Zweifel hilft eine spezialisierte Physiotherapeutin
  • Sehr gut kombinieren lässt sich die Beckenbodentherapie auch mit Pessaren. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden vollständig oder verbessern sich deutlich. Sprechen Sie Ihre Physiotherapeutin oder Frauenärztin an.

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Fazit


Ja, Inkontinenz kann auch junge Frauen betreffen. Nein, Sie sind damit nicht allein. Und ganz wichtig: Sie müssen sich nicht damit abfinden. Mit dem richtigen Wissen, gezieltem Training und – falls nötig – medizinischer Unterstützung lassen sich die Beschwerden meist gut behandeln.

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© Foto: rethaferguson/pexels

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