Inkontinenz in den Wechseljahren

Inkontinenz in den Wechseljahren

Jede Frau durchlebt sie – die Wechseljahre. Schon bei unserer Geburt ist festgelegt, wann die letzte Periode eintritt. Die Jahre davor nennen wir Perimenopause. In dieser Zeit beginnen die hormonellen Veränderungen im weiblichen Körper: Der Östrogenspiegel sinkt, die Eierstöcke stellen nach und nach ihre Arbeit ein. Keine Follikel reifen mehr, es gibt keinen Eisprung und irgendwann bleibt die Periode ganz aus – Menopause! Warum es in dieser Lebensphase zu Inkontinenz kommen kann, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

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Wie halten wir eigentlich den Urin zurück?


Unser Körper ist ein Wunderwerk! Damit wir nicht ständig auf die Toilette müssen, sorgen Muskeln und Bänder im Beckenboden dafür, dass die Harnröhre verschlossen bleibt. Sie ziehen die Vagina nah an die Harnröhre heran und pressen sie so zu. Gleichzeitig wird die Blase nach unten und hinten gezogen – wie ein elastischer Ballon. Dadurch biegt und verschließt sich die Mitte der Harnröhre. Die Schleimhaut in der Harnröhre hilft zusätzlich, alles dicht zu halten.

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Warum kommt es in den Wechseljahren zu Harnverlust?


Unser Beckenboden ist ein echter Alleskönner. Er muss sich bei einer Geburt dehnen und entspannen können – und danach eigentlich wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehren. Doch manchmal „verkleben“ die Bänder in ihrem gedehnten Zustand. Ähnliches passiert in den Wechseljahren: Durch den Abbau von Kollagen und Elastin werden Muskeln und Bänder im Beckenboden schlaffer und weniger elastisch. Das macht es schwerer, den Beckenboden bewusst anzuspannen. Die Folge: Harnverlust oder Inkontinenz.

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Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess, bei dem der Östrogenspiegel sinkt.
  • Der Beckenboden hält die Harnröhre verschlossen – wie ein elastisches System.
  • Durch Schwangerschaften oder den Abbau von Kollagen und Elastin in den Wechseljahren kann der Beckenboden an Spannkraft verlieren.
  • Das kann zu Harnverlust führen.

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Was können Sie tun? 

  • Beckenbodentraining: Ob Yoga, Pilates oder spezielle Kurse – stärken Sie die Muskulatur Ihres Beckenbodens!
  • Lokale Hormontherapie: Östrogenhaltige Cremes oder Zäpfchen erhalten die Schleimhaut der Harnwege.
  • Blasentraining: Durch gezieltes Üben kann die Blase lernen, sich zu dehnen und wieder mehr Urin zu speichern.
  • Hilfsmittel: Inkontinenzeinlagen oder Inkontinenzunterwäsche bieten Sicherheit im Alltag. In vielen Fällen – zum Beispiel bei einer Absenkung des Beckenbodens – kann auch ein Vaginalpessar helfen.

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Sie sind nicht allein!


Viele Frauen sind in den Wechseljahren mit Inkontinenz konfrontiert. Es gibt gezielte Übungen, um den Beckenboden zu stärken, und auch ärztliche Beratung kann helfen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber – es gibt Lösungen!

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© Foto: Daria Trofimova/unsplash

 

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